Ich denke, viele von euch kennen es. Damals als Kind, draußen hat es geregnet, das Spielzeug war gerade blöd, das Fernsehprogramm war zu meiner Kindheit eine Langezeit auf ARD und ZDF beschränkt. Kurz, mir war langweilig. Dann habe ich ab und an ein Fotobuch genommen und in der Geschichte geblättert.

Viele Jahre später, finde ich Fotobücher nach wie vor sehr beeindruckend. Es zeigt Menschen in jungen Jahren und meist auch in glücklichen Moment.
Ich möchte dir heute einen Einblick geben wie ich meine Fotobücher erstellt habe.

Mein Ziel ist es, jedes Jahr ein Fotobuch zu erstellen. Da ich gerne Fotografiere, kommen einige Fotos aufs Jahr zusammen. Mein Ziel war es nicht, aus vielen Fotos, wenige auszuwählen. Ich wollte möglichst viele Fotos in ein Buch packen, auch wenn das Motiv immer das gleiche war. Manchmal haben mir die Farben gefallen, manchmal das Lachen. Wieso also nicht beide Fotos ins Buch packen?

Kriterien an den Buchanbieter

Und genau jetzt kommt die erste große Hürde: Seitenzahl!
Die meisten Anbieter von Fotobüchern bieten wenige Seiten an. Viel zu wenig um ein ganzes Jahr dort rein zu packen.
Ein weiter Punkt, ich wollte es möglichst professionell gestalten.

Und das alles hat der Anbieter Blurb. Ich habe die Option bis zu 440 Seiten drucken zu lassen. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! 4 4 0 S E I T E N
Das ist schon mal ein Wort.


Zum zweiten Punkt, die Professionalität, die ist hier auch gegeben! Es gibt eine eigene Software die einfach zu bedienen ist. Wer allerdings gerne mit InDesign und Affinity Publisher arbeitet, kann dies auch. Für InDesign gibt es ein Plugin.
Ich habe mit allen drei Softwares schon ein Buch erstellt und kann sagen, dass die Hauseigene Software, schneller geht, allerdings Einschränkungen besitzt. InDesign ist eine Software von Adobe und kann im Monatsabo gebucht werden. Dies Software ist sehr komplex und wer sich nicht regelmäßig damit beschäftigt, wird sich hier sehr schwer mit tun. Zudem ist das Abo nicht günstig.
Affinity Publisher muss man nur 1x Kaufen (40-50€). Allerdings ist diese Software auch sehr komplex.
Zu beginn würde ich immer die Hauseigene Software empfehlen.

Kurz zu Blurb und den Büchern

Blurb ist eine Buchdruckerei die, ich meine in Holland oder Belgien ihre Druckerei haben. Die Webseite ist auf Deutsch, den Support habe ich noch nicht benötigt. Man meldet sich dort an, lädt das fertige Buch hoch und bestellt dies. Geht dir mal ein Buch kaputt, kann man jederzeit wieder ein neues Exemplar bestellen. Deine bestellten Bücher liegen bei denen auf Servern. Auch kannst du deine Bücher über Blurb verkaufen.
Blurb bietet mehrere Papiere an. Meist nehme ich das Standart Papier. Es ist nicht sehr fest und nicht sehr dick, dafür sind 440 Seiten möglich. Umso dicker das Papier, umso weniger Seiten möglich.
Meine Bücher haben alle eine Falz. Die „richtigen“ Fotobücher haben dies nicht! Die klappst du auf und hast eine Ebene. Die Falz hat den Vorteil, dass du mehr Seiten in ein Buch bekommst (durch kleben/binden), den Nachteil, dass ein Panoramabild über beide Doppelseiten immer eine Vertiefung hat, die Falz.

Tipps

Unterschätzt die Arbeitszeit nicht! Bis 440 Seiten voll sind, verbringt ihr einige Stunden am PC. Aus dem Grund ist eine gute Vorarbeit unerlässlich! Sortiert die Fotos vorab. Ich habe zum Beispiel pro Jahr ein Ordner. In diesem Ordner habe ich weitere Ordner die beginnen mit Jahr-Monat-Tag – Ereignis.
Damit erziele ich eine Chronologische Historie vom 1. Januar an bis 31. Dezember.

Ein weitere wichtiger Punkt ist der Text. Packt nicht nur die Bilder ins Buch. Füllt es mit Text. Zum Beispiel: Datum erwähnen, dem Tag eine Überschrift geben, Wetter, Ereignisse und Erlebnisse, vielleicht gab es Hürden oder Probleme, Gespräche die stattgefunden haben.
Für mich ist der Text mit einer der schwersten Punkte. Technisch kann ich Fotos in ein Buch packen. Es kostet nur Zeit. Doch beim Text tue ich mich echt schwer. Aus dem Grund schreibe ich regelmäßig Texte um dies zu Trainieren. Hier kannst du nun trainieren.
Ich war mal bei der Schwester meiner Uhroma. Ihr könnt euch denken, dass diese Frau schon sehr alt war bzw. ist. Wir haben zusammen Fotoalben durchgesehen. Was mir aufgefallen ist, viele Fotos waren Schwarzweiß. Ich erkenne also nicht, wie war das Wetter und die Jahreszeit kann ich auch nur erahnen. Auch stand kein Datum und Ort dort. Was ich sagen möchte: Jahre später weißt du nicht mehr alles und Momente verblassen.

Ein weiterer Punkt sind die Mengen der Fotos auf einer Seite. Ab und an packe ich auch 6, 9 oder sogar 12 Fotos auf eine Seite. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass diese Fotos nicht gesehen werden. Man bleibt auf großen Bildern eher „kleben“. Füll also nicht jede Seite mit zu vielen Fotos.

Ein weiterer Punkt ist die Inspiration. Guck dir mal Fachmagazine an. Wie Ordnet zum Beispiel ein National Geographic seine Fotos an? Kannst du davon was mitnehmen. Nimm dir die Zeit und Blätter im Supermarkt durch ein paar Zeitungen.

Ein kleiner Tipp noch, den ich erst seit 2 Jahren umsetze. Sucht im Web nach Grafiken die eure Seite aufleben lassen. Zum Beispiel zu Ostern am Rand der Seite einen Osterhasen oder ein Osterei.

Blurb und andere Dienstleister bieten mehrmals im Jahr starke Rabatte an. Blurb zum Beispiel zu Ostern und Weihnachten. 2021 war zum Black Friday 50% Ermäßigung! Die Woche darauf 40%!
Wenn du dein Buch fertig hast, warte auf den nächsten Rabatt! 30% gibt es öfters mal.
Wo wir beim Rabatt sind, es lohnt sich alles in ein Buch zu packen. Viele kleine Bücher sind teurer als ein großes Buch! Beispiel: Ein Fotobuch vom Urlaub und ein weiteres Fotobuch von Weihnachten ist teurer als wenn du beides in ein Buch packst.

Meine Bücher haben eine Falz. Texte sollten nicht zu nah an der Falz sein. Bei 440 Seiten ist die Falz in der Mitte sehr dick und der Text kann in die Falz rein laufen. Es lässt sich nicht gut lesen. Auch bei Bildern sollte man überlegen, welche Bilder an der Falz liegen. Gesichter z.B. lege ich nicht mehr an die Falz. Bei Panoramabildern sollte das Hauptmotiv idealerweise auch nicht der Falz liegen.
Ich denke ihr versteht mich 😀

Und zu guter letzt: Wenn du anfängst, bring das Buch schnell zu Ende. Bleib dran!

Schlusswort

Ein Fotobuch ist enorm viel Arbeit! Im schnitt sitze ich 2 Wochen jeden Abend für ein paar Stunden dran. Allerdings will ich mich mit jeden Buch übertreffen, was Zeit kostet. Dieser Moment, wenn das Buch bestellt ist, unglaublich. Es fällt mir eine Last ab. Projekt beendet, ein tolles Gefühl.
Doch das Gefühl wenn der Postbote klingelt und ich das Buch auspacke und die Arbeit der letzten Tage in der Hand halte, ein magisches Gefühl. Ich sehe die meisten Fotos das erste mal gedruckt und beim durchblättern bleibe ich auf vielen Fotos und Texten kleben und lese sie einfach nochmal, obwohl ich als Autor weiß, was ich da geschrieben habe.
Wenn es dir irgendwann mal so geht wie mir und du einige Bücher erstellst hast und diese in Reihe stehen hast und dein neues Buch hinzu stellst, dann wirst du dich sicherlich genauso stolz fühlen wie ich mich jedes mal.

Viel Spaß beim erstellen des Buches.