Durchs das Höllental auf die Zugspitze

Im Suff und in der Langeweile entstehen die besten Ideen, sagt man. Die Idee auf den höchsten deutschen Berg zu laufen, kam von Rene. (War es die Langeweile oder im Suff?) 

„Ich will die 3000 Höhenmeter Marke mal knacken!“

Und so begann alles.

Welcher Berg? Wann? Wie lange müssen wir einplanen? Müssen wir uns für so einen Trip versichern? 
Durch das viele sprechen haben wir hin und her geplant. Schnell war für uns die Zugspitze eine Option. Sie ist gut erreichbar und soll angeblich auch machbar sein. Viele Wanderer haben hier ihre Kletter „Taufe“ gemacht, so auch ich. Für den Aufstieg brauch man ein Kletterset. Ich hatte beim Bund zwar mal ein Klettergeschirr an, war aber nicht wirklich gut damit vertraut. Also, Ort steht! 

TOP OF GERMANY! Deutschlands höchster Punkt. 

Ca. 2 Monte vor der Tour haben wir den Tag fix gemacht und damit angefangen uns zu informieren. 
Was brauchen wir? Wie lange sind wir unterwegs? Wo schlafen? Im Tal Zelten, Airbnb oder im Auto? Und ich hatte immer noch das Thema Versicherung auf dem Schirm. 
Über YouTube findet man recht viele Videos, die den Weg durchs Höllental beschreiben. Ganz ehrlich: die verharmlosen das! 
Keiner gibt sich die Blöße und stöhnt in die Kamera. Gibt zu wie schwer der Aufstieg ihm gefallen ist. Oft sind es auch erfahrene Bergsteiger, die den Aufstieg filmen, die machen solche Touren mal eben vor der Arbeit. Wir nicht! Ich zumindest, habe wieder ab ca. 2000 hm gelitten. Die Luft wird dünner, das Gefühl nicht genug Sauerstoff zu bekommen beim Berg auf gehen. Zu meiner Verteidigung: ich lebe auf ca. 200 hm.
Unterwegs merken wir schnell, dass wir nicht die einzigen blutigen Anfänger waren. Viele hatten solche Touren noch nie gemacht. Immer mal wenn einer am Rand Pause machte und man in sein Gesicht schaute, sah man, da leidet jemand. 

Aber bleiben wir erst einmal bei der Planung. 

Zugegeben, wir haben nicht viel geplant. Fest stand schnell, dass wir nicht wie im letztem Jahr mit 30 kg Gepäck auf den Rücken den Berg besteigen wollten. Auch war schnell klar, dass wir im Tal schlafen werden und nicht auf dem Berg Zelten. Wir hatten nur das eine Ziel: Den höchsten Berg Deutschlands zu besteigen.
Ein weiterer Punkt war die Zeit. Laut Internet schafft man das an einem Tag. Angeblich sogar in 7 bis 8 Stunden, wo mir von vorn herein klar war, das wird nicht mein Ansporn. Ich will den Ausflug genießen, in dieser Landschaft möglichst viel Zeit verbringen. Es sollten allerdings gute Wetterbedingungen herrschen. Wir entschlossen uns, 2 Nächte einzuplanen. Falls am Tag eins schlechtes Wetter ist, haben wir immer noch den Ausweichtermin.
Meine Vorbereitungen beliefen sich fast nur auf YouTube Videos. Als wir uns die Leiter und das Brett das erste mal auf Fotos und Videos angesehen haben, dachten wir beide nur: GEIL! Doch der Tag rückte näher und ich habe sogar von der Tour geträumt, es nicht zu schaffen. Ich habe sogar vom fallen geträumt. Ich muss hier dazu sagen, dass ich Höhenangst habe. Nach den Telefonaten mit Rene ging es wieder, doch der Respekt blieb. Immer wieder guckte ich mir Videos an aus unterschiedlichen Quellen und dann wurde mir klar, dass das Brett und die Leiter das kleinste übel waren. Es sind schöne Fotospots, aber der Aufstieg am Ende, der wird es in sich haben und so war es auch. Mehr dazu im Video.
Der Termin kam näher und ich stellte mir die Frage, brauche ich eine Versicherung? Was ist, wenn ich umknicke, meine Ausrüstung versagt (Schuhsohle löst sich vom Schuh)? Wie komme ich dann vom Berg?
Meine Antwort: Ja, ich hätte eine machen sollen. Eine Mitgliedschaft im Alpenverein (DAV) wäre der Weg gewesen, habe ich aber nicht gemacht. Augen zu und durch. Hätte ich einen medizinischen Notfall gehabt, wäre meine Krankenkasse in Deutschland für die Rettung zuständig gewesen. Hätte die Ausrüstung versagt glaube der Deutsche Alpen Verein.
Nun noch das Thema Schlafen klären. Wir waren uns schnell einig, wir schlafen am Fuß des Berges im Zelt oder im Auto. Bei Aldi gab es eine zwei Mann Luftmatratze für 12€ wo ich eine knappe Woche vorher zugeschlagen habe. Die habe ich einmal im Auto aufgeblasen und siehe an, sie passt genau in den Kofferraum. Somit war das Thema schlafen auch geklärt.

Kann ich diese Tour empfehlen?

Du solltest fit sein. Einen starken Antrieb. Vertrauen in deine Ausrüstung und vor allem, solltest du dir einmal erklären lassen wie ein Klettergeschirr funktionier. 
Von der Landschaft her ist es bis übers Brett sehr schön. Nach der Baumgrenze wird es sehr kahl, steinig und der Weg zieht sich.
Über den Gletscher war es im Juli kein das Problem. Es waren an dem Tag bestimmt über 100 Leute dort hoch gegangen. Folgt man den schritten, brauch man keine Angst haben in einer Gletscherspalte zu fallen. Vom Vorteil ist auf jeden Fall Grödel (bei Amazon neu 16€). Sie geben einen besseren Stand. Auf Schnee und Eis, dann auch noch Berg auf, es kann sehr sehr glatt werden. 
Dann kommt der eigentliche anstrengende Teil. Der Klettersteig auf die Zugspitze. Ich hatte das Problem, das sich von oben ein Stein gelöst hat und mir ganz knapp am Kopf vorbeigeflogen ist. Ein Helm ist für mich unverzichtbar. 
Vom Vorteil sind auch Wanderstöcke. Sie entlasten den Oberschenkel (so kam es mir zumindest vor). Mit dem Oberkörper konnte ich beim hoch laufen meine Beine unterstützen. 
Wo kann man drauf verzichten: Viele hatten keine Handschuhe. 
Viel Wasser brauch man auch nicht. 1-2 Liter, die Flasche kann man unterwegs am Bach auffüllen.

Unser Video: Die Tour auf die Zugspitze

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